Ein Analyse zur AfD-Resolutionenkultur

Hier eine interessante Analyse zur AfD-Resolutionenkultur von Albrecht Glaser (Hessen):

Was geht vor in der AfD? Es melden sich Gruppen von Parteimitgliedern in diesen Tagen und Wochen, die sich zusammengefunden haben, um ihr jeweiliges politisches Verständnis von der AfD zu formulieren. Es gibt mindestens sieben unterschiedliche Gruppen mit Web-Auftritten. Zwei davon haben Sie herausgegriffen, um die hessischen Mitglieder damit zu befassen.

Ob man diese Vorgänge zum „Kampf“ oder „Flügelkampf“ hochstilisieren muss, erscheint zweifelhaft. Eine Auseinandersetzung um Positionen der und in der AfD ist es allemal. Da sie im Internet unter breiter Öffentlichkeit stattfindet, kann man sicher nicht vom „Kampf im Hintergrund“ sprechen. Worum geht es in den beiden Resolutionen, die Ihre besondere Aufmerksamkeit gefunden haben?

Die zeitlich frühere ist die „ERFURTER RESOLUTION“, die vorab von zwei Landessprechern unterzeichnet worden ist. Dort ist von der „Gefahr für das Projekt AfD“ die Rede. Diese These wird damit begründet, dass wir uns „ohne Not dem etablierten Politikbetrieb anpassen“.
Dieser lasse sich charakterisieren als „Technokratentum, der Feigheit und dem Verrat an den Interessen unseres Landes“. Viele Mitglieder verstünden die AfD „immer noch“ als „Bewegung gegen Gesellschaftsexperimente“, als „Widerstandsbewegung gegen die weitere Aushöhlung der Souveränität“ und als „Partei, die den Mut zur Wahrheit um zum wirklich freien Wort“ besitze.

Ganz offensichtlich ist die „Deutschland-Resolution“ von Kölmel, Trebesius, Henkel und Starbatty eine Reaktion auf die „Erfurter Resolution“. Denn die „Deutschland-Resolution“ greift die „Erfurter“ direkt an. Dort werde eine andere AfD propagiert. „Eine AfD der flachen Parolen und der schrillen Töne“. Die Partei solle „auf Provokation und Protest verengt werden“. Insbesondere wird ausgeführt: „Wir“ (also die Verfasser der „Deutschland-Resolution“) „lassen uns nicht Feigheit und Verrat an den Interessen unseres Landes vorwerfen“. „Wir brauchen weder Flügelkämpfe noch wolkige Phrasen aus dem Arsenal rechter Splitterparteien“. „Stattdessen brauchen wir Sachkompetenz, Realitätssinn und Überzeugungskraft. Nur damit werden wir zur echten Alternative zu den Altparteien… Diese Ausrichtung der AfD wird von Bernd Lucke und Frauke Petry überzeugend vertreten. Beide haben unsere volle Unterstützung.“ Um der Sache das Gesicht eines Kampfes zu geben, wird ein Duell der Protagonisten gefordert auf einem Mitgliederparteitag. Im Falle der Verweigerung des Duells wird der Erfurter Protagonist zum „Feigling“ erklärt. „Mehrheit siegt!“

Diese nunmehr gut sichtbare Kontroverse bedarf der Analyse.

  1. Die erste Frage ist, ob sich die Kernaussagen der „Erfurter Resolution“ zutreffend als „flache Parolen und schrille Töne“ kennzeichnen lassen und man den Autoren den Vorwurf machen kann, „sie wollten die Partei auf Provokation und Protest verengen“? In den Leitlinien vom Sommer 2014, die mit breiter Mehrheit der Mitglieder beschlossen wurden, steht in Ziffer 5: Wir fordern eine „offene Diskussionskultur“ und „wenden uns mit Nachdruck gegen zunehmend verbreitete Tendenzen selbsternannter Gesinnungswächter, Andersdenkende einzuschüchtern und gesellschaftlich auszugrenzen“. Da in der „Deutschland-Resolution“ nicht konkret dargestellt wird, welche Aussagen der „Erfurter Resolution“ „flache Parolen und schrille Töne“ seien, darf man schon die Frage aufwerfen, ob die Attacke auf deren Autoren nicht genau dem Stil ähnelt, gegen den sich die Mitglieder in den Leitlinien zu Recht auflehnen. Und es kommt hinzu: In ähnlicher Tonlage wird die Gesamt-AfD von außen angegriffen. Dem kann man auch von innen Vorschub leisten, hat es den Anschein.
  2. In der „Deutschland-Resolution“ schreiben die Autoren: „Wir lassen uns nicht Feigheit und Verrat an den Interessen unseres Landes vorwerfen.“ Die Frage lautet, ob die „Erfurter“ einen solchen Vorwurf gegen wen auch immer erhoben haben? Die „Erfurter“ schreiben im 2. Absatz: „Anstatt eine Alternative zu bieten, wie versprochen, passen wir uns ohne Not mehr und mehr dem etablierten Politikbetrieb an: dem Technokratentum, der Feigheit und dem Verrat an den Interessen unseres Landes.“ Die Vorwürfe von „Feigheit und Verrat“ werden schon nicht gegen konkrete Personen der AfD erhoben. Es wird vielmehr gegenüber einem kollektiven „Wir“ von der zunehmenden Anpassung an den etablierten Politikbetrieb gesprochen. Dieser „etablierte Politikbetrieb“ wird dann mit Technokratentum usw. charakterisiert. Man kann „Flügelkämpfe“ auch herbei schreiben!Um der Sache selbst, also dem Vorwurf der zunehmenden Anpassung der AfD an den „etablierten Politikbetrieb“, Substanz zu verleihen, darf auf folgenden aktuellen Vorgang hingewiesen werden. Im Online-Focus vom 17.03. wird unter der Überschrift „Euro-Gegner-Lucke: Deutschland hat seine Nachbarn ausgenutzt“ davon berichtet, dass Lucke bei einem öffentlichen Auftritt festgestellt habe: „Beggar-my-neighbour“-Politik sei durch Deutschland in den vergangenen Jahren betrieben worden. (Übervorteile, bettle Deinen Nachbarn an). Die deutschen Exportrekorde seien auf Kosten der Nachbarn erzielt worden.„Das war ein unfairer Vorteil“ – die „Denke völlig uneuropäisch.“ Solche Parolen kennt man seit Jahren von SPD, Linken und Grünen.
    Die Aussage ist ökonomisch im Wesentlichen falsch und politisch eine klassische deutsche Selbstdiskriminierung.
    Weder hat die europäische Staatsschuldenkrise etwas mit deutschen Exporten zu tun noch die private Überschuldung etwa in Spanien. Seit Jahren fällt der relative Anteil deutscher Exporte an Euro-Länder im Verhältnis zu den Exporten an die übrige Welt. Eine solche, zudem unrichtige, Selbstbeschuldigung schwächt die deutsche Position in Europa, die dringend für dortige Veränderungen benötigt wird.
  3. Wer die „Erfurter Resolution“ unterschreibe, dem „passe die Richtung nicht, der spalte die Partei“ usw. steht in der „Deutschland-Resolution“. Was aber ist die richtige Richtung, fragt sich der Leser der „Deutschland-Resolution“?
    Dazu finden wir Folgendes: „Statt dessen brauchen wir Sachkompetenz, Realitätssinn und Überzeugungskraft… Wir wollen keine Ideologie, wir wollen die Partei des gesunden Menschenverstandes bleiben.“ Jetzt ist es raus. Das sind die Werte der AfD! Man darf mit gutem Gewissen behaupten: Genau das ist das Problem! Diese Leerformeln, die in Wahrheit nichts über eine „Richtung“ der AfD aussagen, erzeugen eine rege Diskussion um wirkliche politische Wertvorstellungen. Sachkompetenz in was? Überzeugungskraft für was? Wann ist der Menschenverstand gesund und wann krank?
    Opportunistischer Pragmatismus oder sogar nur pragmatischer Opportunismus ist die Tagesparole. Ämter und Mandate um ihrer selbst willen nicht wegen bestimmter politischer Ziele. Möglichst viel Staatsknete und bezahlte Mitarbeiter, die loyal für ihre Arbeitgeber kämpfen. Wir nennen das „Professionalisierung“. Eine Imitation der „Altparteien“, wie es nicht schöner und schneller geht. (Die Staatsfinanzierung der Parteien könnte eines der großen Probleme der herkömmlichen europäischen Demokratien sein. In Griechenland steht sie bereits in der Verfassung. Warum wohl und wie erfolgreich ist sie?)
    In Ziffer 7 der „Politischen Leitlinien“ steht, „dass Mitglieder der Legislative (Abgeordnete) nicht gleichzeitig Mitglieder des obersten Organs der Exekutive (Regierung) sein können.
    Im § 19 des Entwurfs der Satzungskommission wurde versucht, eine solche Festlegung, weil derzeit nicht anders möglich, wenigstens für die AfD in die Tat umzusetzen. „Da wir die Gewaltenteilung ernst nehmen…“, wie es schön in den „Leitlinien“ heißt. Alle solche Ansätze zu einer „Neupartei“ sind aus dem Entwurf herausgeflogen, wie der Schutz des Ehrenamtes, eine zeitliche Begrenzung von Abgeordnetentätigkeiten, die Unvereinbarkeit der Stellung als Mitarbeiter der Partei und Vorstandsmitglied usw. usw. Wo also ist die „Neupartei“?
  4. „Diese Ausrichtung der AfD wird von Bernd Lucke und Frauke Petry überzeugend vertreten“, steht in der „Deutschland-Resolution“. Wir lösen unser politisches Richtungsproblem personell. Eine originelle Idee. Personen statt politische Prinzipien. Deshalb gibt es auch die Merkel-Partei, die Gabriel- und Nahlespartei, die Gysi- und Lafontainepartei und früher die Fischerpartei. Auch insoweit sind wir also schnell gealtert als „Neupartei“. Schöner konnte man es nicht formulieren. Jetzt braucht es nur noch viele Unterzeichner.Interessanterweise wird Herr Dr. Adam nicht erwähnt und Frau Petry soll von der „Deutschland-Resolution“ auch erst durch ihre Veröffentlichung erfahren haben. Das würde den kundigen Leser nicht wundern. Schließlich ist noch von einem „Mitgliederparteitag“ für die Vorstandswahl in der „Deutschland-Resolution“ die Rede. Das ist eine Neuigkeit. Bisher war ein Delegiertenparteitag angesagt. Sollte etwa die Vorstandswahl mit Delegierten nicht richtig funktionieren?

    Was ist da denn los? Und was „die Mehrheit“ angeht, welche die Personalia entscheiden soll, bietet sich doch folgendes Verfahren an:
    Wir ändern den derzeitigen § 13 Abs. 1 der Satzung so, dass die beiden Bundessprecher in einer Gruppenwahl gewählt werden. Wer dabei die meisten Stimmen erzielt hat, ist dann der, welcher ab dem 01.12.2015 als Einzelsprecher weiter amtiert. Die jetzige Regelung, welche die Wahlen trennt, und denjenigen zum Alleisprecher bestimmt, der zeitlich als Erster gewählt wurde (gleichgültig ob er mehr oder weniger Stimmen erhält als der, welcher zeitlich als Zweiter oder als Zweite gewählt wurde), kann kaum demokratisch genannt werden. Wie steht so schön in der „Deutschland-Resolution“: „Mehrheit siegt!“
    In diesem Sinne freue ich mich auf den weiteren Diskussionsverlauf,

Albrecht Glaser
AfD-Mitglied im LV-Hessen

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18 Gedanken zu “Ein Analyse zur AfD-Resolutionenkultur

  1. Vollkommen richtige Analyse.
    Die AFD muss vior allem eines klären:
    Stellt man sich der EU als Vorstufe der endgültigen Globalisierung entgegen ?
    Will man mehr oder weniger Staat ? Verkommt der Mensch zur reinen Arbeitskapazität ?
    Ist die Gesellschaft im Mittelpunkt der Politik oder sind es die Märkte, die Banken, die Konzerne ?
    Hierin sehe ich den eigentlichen Dissens der Flügel. Wirtschaftsliberale Thesen können nicht in der AFD vertreten werdern.
    Der Markenkern der AFD sollte eine Rückbesinnung zur sozialen Marktwirtschaft sein.
    Dinge wie TTIP forcieren das moderne Sklaventum.
    Die Helfershelfer dieser Globalisierungsideologie heissen Stiftungen, Kuratorien, Initiativen wie INSM, Konvent für Deutschland, Leibnitz, Atlantic Council, Atlantic-Brücke, Bilderberger, Bertelsmann, Berger, Meryll-Lynch sowie zahlreiche Institute, die ein Netz aus Medien, Politik, Wirtschaftsverbänden bilden und in mafiösen Strukturen ihre Weltanschauung durchsetzen. Dieser ganze Brei aus Interessenvertetern ist undurchschaubar.
    Dagegen muss die AFD ankämpfen. Was als Flügelkrieg dargestellt wird, ist für mich nicht mehr als ein unumgängliches Ringen um den richtigen Kurs.
    Will man mehr oder weniger Staat ??
    Liberal und konservativ sind im Grunde genommen gegensätzlich.
    Damit muss man sich beschäftigen. Die Debatte kann man nicht mit Personenkult und Kampfabstimmungen beenden.
    Wer das glaubt, der irrt..

    Gefällt 2 Personen

  2. Ich bin kein uneingeschränkter Fan von Albrecht Glaser und seinem Kurs gegen Prof. Bernd Lucke (wie er sich ja bereits 2013 in der Debatte um den vom Bundesvorstand aufgenommenen Kredit zur Finanzierung des Bundestagswahlkampfes 2013 äußerte).
    Aber im vorliegenden Falle deckt sich aus meiner Sicht seine präzise Analyse praktisch mit meiner eigenen Kritik an der Deutschland-Resolution (http://blockiblocker.blogspot.de/2015/03/flugelkrampfe-in-der-afd-die-liberalen.html).

    Auch Glasers Kritik an der Positionierung von Prof. Lucke zu den volkswirtschaftlichen Aspekten der Euro-Debatte (oben unter Ziff. 2) kann ich nur zustimmen. Es ist sachlich falsch, und politisch absolut unklug, Deutschland zum (Mit-)Schuldigen (an) der Misere zu erklären!

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  3. Betreff: Parteiflügel

    Es gibt ein Erfurter Papier mit wertkonservativen Idealen. Es nennt sich der Flügel. Aufgeschreckt sind andere vom wirtschaftsliberalen Flügel schnell mit dem Vorwurf der Spaltung zur Hand. – Warum ist das Nonsens?

    Ein Flügel spaltet nie – denn dann wäre er kein Flügel mehr. Flügel befruchten die Parteidiskussion.

    Die Grünen haben Flügel. Selbst die Linke hat Flügel. – Nur totalitäre Einheitsparteien kennen keine Flügel; wenn sich da ein Flügelschlag bemerkbar macht, wird drauf gehauen.

    Also Freunde, Flügel sind etwas vollkommen Nomales für eine demokratische Partei; das zu leugnen wäre ignorant.

    Flügel beleben eine Partei, bringen Schwung, sind für die Diskussion förderlich – und sie ziehen, weil ein größeres Spektrum abgebildet wird, mehr Leute an, in die Partei einzutreten – als eine monotithische Akklamationspartei!

    Liebe Grüsse

    Bernd Luge

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    • Die Vielschichtigkeit der vorhandenen Lebensgrundlagen ,sehen sich dem defergierenden Anspruch des
      subjektiven Intellekts , in seiner Problembeurteilung eigener Lebenssicherung ausgesetzt .Beispielhaft,an-gedacht der Wirklichkeit der gechlechtlichen Unterschied ,alleiin bezogen auf die Lebenserwartung,ergibt
      sich facettenreich eine Anspruchsbreite ,die sich in der klassischen Urform der Demokratie :DOMUS ,also einer rellativ kleinen Gruppengemeinschaft noch ermöglichte .Die heutige Gesellschaft sieht sich der Her -aussforderung verschiedenen Ansprüchen,von miteinander konkurierenden ,wehrhaften Syndiikats – interessen ausgesetzt ,dem das System :Domus unterlegen erscheint .In seiner heutigen Regierungsform, lieferrt uns Land das beste Beispiel für diesen Tatbestand .In eigener Erkenntnis:(jahrg.1933)habe ich sinn gemäß versucht mein Erleben zu ermöglichenden.Details,gemäß meiner Biographie:3.Epochen der Deutschwerdung (Verlag BoD ) Politisch selbst ,in meinem Leben ,frühzeitig angagiert ,sehen Sie mich ,in ihren Bemühungen ,voll auf Ihrer Seite ,überfällige Reformen zur Identitätsrückgewinnung zu erstreiten .
      Bernd Tönsmann

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  4. Guten Tag!

    Die Analyse von Herrn Glaser gefällt mir sehr, auch die folgenden Kommentatoren ergänzen sie gut mit ihren Beiträgen!

    An Herrn Tönsmann: Ihr Text ist mir zu schwer, den habe ich nicht zu Ende gelesen.

    Trotzdem viele Grüße an alle – speziell die BIA-ler…! Auf weiterhin gute Zusammenarbeit!

    Gerd Taddicken – AfD-OV-Wesermarsch

    Gefällt 1 Person

  5. […] „Jetzt ist es raus. Das sind die Werte der AfD! Man darf mit gutem Gewissen behaupten: Genau das ist das Problem! Diese Leerformeln, die in Wahrheit nichts über eine ´Richtung´ der AfD aussagen, erzeugen eine rege Diskussion um wirkliche politische Wertvorstellungen. Sachkompetenz in was? Überzeugungskraft für was? Wann ist der Menschenverstand gesund und wann krank? (…) https://initiativebuergerlicheafd.wordpress.com/2015/03/24/zur-afd-resolutionenkultur/ […]

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  6. Gute Analyse der Lage vom alten Fuchs Glaser.
    Doch alles analysieren ist umsonst: Lucke macht die AfD zur BLP = Bernd Lücke Partei und sich zum Gröfaz 2.0

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  7. Moin zur Sommerzeit!

    Der Sündenfall begann, als sich die AfD für einen Zwei-Millionen-Kredit an HOH ,verkauft‘ hat. So kamen vier Transatlantiker und leider nur drei echte Deutsche ins EU-Parlament. Dann kam die Zustimmung zu den Sanktionen gegen Russland bei der EU. Nur die echten der AfD enthielten sich, bzw. Frau von Storch war verhindert.

    Als ich per Mail an ca. 50 Personen zur Abstimmung über dieses Verhalten auf der Seite der Landesverbandes Baden-Württemberg aufrief, schrieb mir sogar der Kreditgeber persönlich. BLP sagt, er hat nach seinem Gewissen entschieden. Wann ist der Aufruf zum Krieg eine Gewissensentscheidung. Doch nur, wenn man den Machtinteressen der USA folgt! Auf der BW-Seite haben von rund 2.000 Abstimmenden ca. 75 Prozent gesagt: Das Verhalten der AfD im EU-Parlament war falsch. Auch im Niedersachsenforum der AfD war in etwa die gleiche Prozentzahl dagegen.

    Dann kam der nächste Sündenfall: Zustimmung zum Assoziierungsvertrag der Ukraine mit der EU. Jetzt stimmte Frau Trebesius, die sich zuvor noch enthalten (?) hatte zu.

    Es fehlt jetzt nur noch, dass die vier USA-Anhänger dem NATO-Beitritt der Ukraine zustimmen. Dann inszenieren die Amerikaner einen Überfall (so ähnlich wie beim Sender ,Gleiwitz‘ 1939 durch die Nazis) und wir haben den Bündnisfall. Das heißt dann Dritter Weltkrieg.

    Das wollen wir nicht: Herr Lucke, Herr Henkel, Herr Kölmel, Frau Trebesius!

    Mit freundlichen Grüßen und Frieden auf Erden!

    Gerd Taddicken

    Link von WordPress = https://initiativebuergerlicheafd.wordpress.com/2015/03/24/zur-afd-resolutionenkultur/#comment-26

    2015-03-29, Sonntag, gg. 11.01 h

    +++

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  8. Sehr gute Analyse. Meiner Meinung nach wird 2015 das entscheidende Jahr für die Zukunft der AfD. Entweder siegt die Alternative oder die Machtstruktur der Altparteien. 2015 bedeutet für die AfD Sein oder Nichtsein. Es geht nur mit Konsequenz und nicht mit wischi waschi.

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  9. Eine ansprechende Analyse. Beeindruckt hat mich insbesondere das Zitat aus der DR: „Statt dessen brauchen wir Sachkompetenz, Realitätssinn und Überzeugungskraft… Wir wollen keine Ideologie, wir wollen die Partei des gesunden Menschenverstandes bleiben.“ Hier bleibt dann wirklich offen, wer entscheidet was unter einem GESUNDEN Menschenverstand zu verstehen ist. Meine persönliche Meinung: Eine Partei hat sich in ihrer Ausrichtung immer nach der überwiegenden Meinung der Mitglieder, bzw. den Beschlüssen auf Parteitagen zu richten. Das verstehe ich unter Demokratie. Kann jemand (egal ob einfaches Mitglied oder Landes-/Bundesvorstandsmitglied mit solchen Beschlüssen nicht leben, muss sie/er die persönlichen Konseqenzen ziehen (bis hin zum Parteiaustritt).

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  10. „Deutschland hat seine Nachbarn ausgenutzt“ davon berichtet, dass Lucke bei einem öffentlichen Auftritt festgestellt habe: „Beggar-my-neighbour“-Politik sei durch Deutschland in den vergangenen Jahren betrieben worden. (Übervorteile, bettle Deinen Nachbarn an). Die deutschen Exportrekorde seien auf Kosten der Nachbarn erzielt worden.„Das war ein unfairer Vorteil“ – die „Denke völlig uneuropäisch.“

    Hier liegt Lucke richtig. Es gilt folgender Zusammenhang:

    Ein deutscher Überschuss gegenüber dem Ausland bedeutet ein gleich großes Defizit des Auslands gegenüber Deutschland.

    Der Überschuss bedeutet zusätzlich Nachfrage und somit zusätzliche Arbeitsplätze. Deutschland hat somit scheinbar profitiert.

    Aber:

    Durch das Defizit gehen im Ausland Nachfrage verloren und somit auch Arbeitsplätze. Deutschland exportiert somit Arbeitslosigkeit (Beggar-my-neighbour-Politik).

    Der Wert der Exporte ist größer als die der Importe. Dauerhafte Überschüsse stellen eine Beggar-yourself-Politik dar.

    Die Exporterlöse des Auslands reichen nicht, aus um die Importe bezahlen zu können.

    Auf Dauer lässt sich die Beschäftigung durch Überschüsse nicht sichern.

    Fazit: Die Rechnung geht nur auf, wenn auf Dauer keine Überschüsse oder Defizite bestehen.

    Um einen Leistungsbilanzausgleich herstellen zu können, müssten die Defizitländer ihre Währung abwerten. Da diese aber keine eigene Währung haben, ist dieser Weg versperrt. Dies ist der Kern der EURO-Krise.

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  11. Guten Tag werte „Bürgerliche“,

    ist den Jubelschreibern für Herrn Glasers Kommentar eigentlich schon mal aufgefallen dass Herr Glaser sich ausschließlich mit der „Deutschland Resolution“ inhaltlich beschäftig ? Mit geschickter Argumentation versucht Herr Glaser einzelne Formulierungen der „Deutschland Resolution“ anzugreifen und zu negieren. Ich streite auch gar nicht ab, dass Herr Glaser in weiten Teilen mit seiner Analyse richtig liegt.
    Leider schient niemand der hier auf diesem Portal vertretenden Personen das eigentliche Problem erfasst zu haben. Wieso z.B. ignoriert Herr Glaser völlig den Auslöser für die unglückliche „Deutschland Resolution“, nämlich die noch viel unglücklichere „Erfurter Resolution“ ?
    Was bewegte die Initiatoren der „Erfurter Resolution“ um solch einen Spaltpilz in die Partei zu treiben und eine Gegenreaktion geradezu herauszufordern ? Vor allem ohne jede Not !
    Ich sehe keine echten Flügelkämpfe in der AfD, sondern persönliche Animositäten, Eitelkeiten und leere Emotionen, die als pseudo-sachlicher Streit um politische Positionen getarnt werden.
    Die AfD ist gerade dabei sich selbst wirksam und endgültig zu zerlegen und die „Initiative Bürgerliche AfD“ ist ein wertvoller Beitrag dazu.
    Leider bin ich inzwischen so desillusioniert, dass ich keine Aussichten auf ein Einziehen in den BT 2017 sehe. Selbst in den nächsten Landtagswahlen im ehemaligen Westgebiet wird die AfD nicht mehr in die Landesparlamente einziehen wenn das so weitergeht wie bisher.
    „Die AfD hat fertig“ :-O

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    • Nichts entsteht ohne jede Not! Alles hat eine Ursache. Eine Ursache ist der starke „Linksruck“ der Partei, den die Basis nicht mitmachen will. Ein paar Beispiele die das verdeutlichen:

    • Was ist mit Herrn Henkel passiert?
      Zitat Henkels Aschermittwochsrede zur Europawahl 2014 im bayerischen Osterhofen. Da heißt es: „Der Kampf gegen Rechts ist eine Unverschämtheit. Die politische Landschaft ist nach links gerückt, deswegen stehen wir rechts. Aber wir stehen richtig.“ Und heute genau das Gegenteil! Ein Spaltpilz vor dem Herrn! Hieran erkennt man exakt wer sich gedreht hat und nun gegen die Basis hetzt. Das ist der Grund warum die Basis rebelliert.
    • Ähnliches findet man, wenn man die Reden/Aussagen von Bernd Lucke aus 2013 mit seinen heutigen Aussagen vergleich. Man findet eine total andere Ausrichtung ohne den konservativen Teil der Mitglieder/Wähler. Diese Wende der Transatlantiker macht das Parteivolk in Ost und West nicht mit und das mit recht, denn die Parteibasis ist der Souverän nicht ein paar wenige im Bundesvorstand.
    • Ein Bundesführung die nicht integriert sondern differenziert ist für unsere Ur-AfD nicht tragbar und behindert das Wachstum und die Anstrengungen um Mitglieder- und Wählerwerbung extrem. Das Hetzen gegen viele Mitglieder an der Basis und auch an den Führungskräften ist nicht akzeptabel. Insoforn geht es auf dem nächsten Parteitag um eine Korrektur „back tot he roots“.
      Erst wenn das nicht gelingt ist die AfD ggf. gefährdet!

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