21.06.2015 Weckruf droht: Wir bleiben auf jeden Fall

Am 19.06. haben wir hier einen Kurzbericht über eine Veranstaltung des Weckrufes in Hamburg veröffentlicht. Darin haben wir 3 mögliche Szenarien geschildert, auf die sich der Weckruf, abhängig vom Verlauf des Bundesparteitages am 4./5.07. in Essen, vorbereitet. Zu diesem Bericht gab es eine Diskussion mit einem Registrierten des Weckrufes, wonach das Szenario 2 und 3 in Hamburg nicht genauso vorgetragen worden sei.

Einen wesentlich detailierteren Bericht zu der Veranstaltung in Hamburg können Sie hier nachlesen: http://journalistenwatch.com/cms/weckruf-2015-das-protokoll-der-schande/.  Demnach ist nicht gesagt worden, der Weckruf wolle geschlossen aus der Partei austreten, falls Bernd Lucke nicht Parteivorsitzender werde oder aber keine Mehrheit im neuen Bundesvorstand habe, sondern nur, Lucke mache da nicht mit.

Nun gibt es natürlich Interpretationsspielraum dazu, was es bedeutet, wenn Lucke sagt, er mache da nicht mit. Das könnte heißen, der Weckruf tritt aus, nur einige Registrierte des Weckrufes treten aus, Lucke tritt aus oder auch, Bernd Lucke tritt nur kein Amt in einem nicht wunschgemäßen Bundesvorstand an. Es gibt Äußerungen von Registrierten des Weckrufes, wonach man bei nicht wunschgemäßem Ergebnis geschlossen austreten wolle.

Es gibt aber auch neuerdings Äußerungen, selbst von Gründungsmitgliedern und Erstunterzeichnern des Weckrufes, sie würden auf keinen Fall bei einer Parteineugründung dabei sein oder auch, sie würden auf keinen Fall aus der AfD austreten. Man kann das auch als Drohung empfinden.

Jedenfalls gibt es jetzt einen neuen Bericht von einer weiteren Weckruf-Veranstaltung in Köln, der ein anderes Szenario für den Fall zeichnet, dass Bernd Lucke seine Ziele in Essen nicht erreicht. Ist es die Folge der Erkenntnis, dass viele Weckrufer bei einem Austritt nicht folgen wollen? Ist es die staatliche Parteienfinanzierung aus unseren gemeinsamen, erfolgreichen Wahlkämpfen? Wir wissen es nicht. Hier der Bericht von der „geschlossenen“ Weckruf-Veranstaltung am 20.06. in Köln:

Einige Kernaussagen von Kölmel und Eibe Hinrichs (Lucke-Angestellter der EKR-Fraktion) auf der gestrigen (geschlossenen) Weckruf-Veranstaltung in Köln (ca. 70 Teilnehmer):

1.) Der Weckruf wird massiv finanziell unterstützt (einige Großspenden von Unternehmern) und kann demnach Kampagnen, Veranstaltungen und Personal auf lange Sicht finanzieren.

2.) Lucke und die Weckrufler werden unabhängig vom Ausgang des BPT in Essen NICHT (wie in einigen FB-Gruppen behauptet) die Partei geschlossen verlassen, sondern würden sich im Falle einer Niederlage (die natürlich nicht erwartet wird) auf die bundesweite Übernahme der AfD-LaVos konzentrieren, in denen derzeit (noch) „Rechte“ sind (angefangen in NRW). Hierzu werden bereits „Kompetenz-Teams“ aufgebaut. Die Partei soll also entweder gekapert oder langfristig unterwandert werden (KEINE eigene Weckruf-Partei!).

Warum?

Es würden nicht alle Unterzeichner dem Weckruf folgen, außerdem sieht man sich in Ämtern und Funktionen in den Gliederungen und auch bei den Mandatsträgern bereits sehr gut personell vertreten und vor allem will man nicht auf die bereits erwirtschaftete Parteien-Finanzierung verzichten.

3.) In Essen wird man mit Weckruf-Buttons als homogene Gruppe auftreten, Versammlungsleitung muss erreicht und konsequent durchgesetzt werden. Lucke wird „seine“ Kandidaten explizit vorstellen, die Weckruf-Jünger werden diese Personen mit stehenden Ovationen frenetisch feiern. Störer, Fragesteller (Blockieren der Mikros etc.) werden organisiert, um die „Unentschlossenen“ in Essen auf die Weckruf-Seite zu ziehen.

4.) Es bestehen bereits feste Strukturen in allen AfD-Gliederungen bundesweit. Ziel ist mittelfristig, Weckruf-Mehrheiten in allen Funktionen zu installieren (bis runter in die KVs) – gestern im Bezirk Köln wurden bereits 4 Weckrufler in den BV gewählt.

5.) Die JA soll durch eine Weckruf-Jugendorganisation ergänzt werden.

5.) Konservative und Patrioten („Rechte“) sollen innerparteilich diffamiert, ausgegrenzt, isoliert und bei Bedarf auch persönlich diskreditiert werden (Ziel: Frustration, Aufgabe, Inaktivität, Herausdrängen aus der Partei).

6.) Im etablierten Parteienspektrum geht man von einem stabilen Zielwert von 5%-6% Wählerschaft aus.

Anmerkung. Keinesfalls will man,wie die EU-kritischen Parteien, > 20% erreichen. Dafür fließt das Geld.

 

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3 Gedanken zu “21.06.2015 Weckruf droht: Wir bleiben auf jeden Fall

  1. was für ein Theater, so viel „Hauen“ und „Stechen“ und es bleibt nur zu hoffen, dass alles mit dem BPT in Essen beendet wird. Frauke Petry hält sich wohltuhend zurück! Aber was geschieht, wenn Lucke & Co. sich auf dem BPT durchsetzen?
    Gibt es dann einen Plan -B-, was ja Sinn machen würde! Man muss es ja auch mal von der anderen Seite her sehen. Eine Abspaltung der „Patrioten“ von der AfD. Dann würden alle Lucke Anhänger sofort im Regen stehen. Die Partei der: „Patrioten in Deutschland“ (PiD) klingt doch ganz gut…..-:), geführt durch Petry, Gauland, B.v.Storch ……..

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  2. Werte Mitstreiter !

    Grundsätzlich bin sehr dankbar für die umfassenden Informationen hinsichtlichdessen, was sich derzeit abspielt. Vieles wird berichtet, analysiert , interpretiert und vermutet was unser „ Freund „ Lucke so alles möglicherweise plant – oder auch nicht ! Was mir aber fehlt, zumindest habe ich bewußt nichts darüber gelesen, wie sieht die konkrete Antwort aus, die wir dem „ Weckrufleuten „ am 04./05.07 in Essen entgegensetzen !? Gibt es eine Task Force die sich gezielt mit allen Fragen befasst und darauf Antworten gibt, oder will man sich auf dem BPT hilflos den Machenschaften eines Lucke aussetzen ? Gibt es einen gezielten Aktionsplan, stehen genügend geeignete Personen bereit die das Heft des Handelns in der Hand haben, oder werden wir zum Spielball des Szenarios das ja sehr deutlich beschrieben wurde ! Wenn nicht schon zu Beginn des BPT Tagungspräsidium und Mandatsprüfungskommission überwiegend durch unsere Leute besetzt werden, dann sind bereits erhebliche oder eventuell sogar entscheidende Einflussmöglichkeiten auf den Verlauf des BPZ vergeben worden. Bleibt der „ Weckruf „ in der Partei , auch wenn sie im Bundesvorstand nicht vertreten sind, so wird es weiterhin keine Ruhe geben und der Machtkampf geht weiter. Mit Weckruf hat die Partei keine Zukunft. Wie also sieht der Maßnahmenkatalog aus der uns zum Erfolg führt und der Luckes Treiben ein Ende setzt!

    Mit besten Grüssen Ralf Pantzlaff

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  3. @Ralf Pantzlaff: Die Antwort ist einfach. Wir müssen zunächst einmal alle nach Essen fahren und mit unserer Stimme dafür sorgen, dass der Weckruf möglichst keinen einzigen Kandidaten in den Bundesvorstand bekommt. Und wir müssen jeden verbleibenden Tag nutzen, um weniger informierte Mitglieder aufzuklären und sie dazu zu bewegen, auf den Parteitag zu kommen.
    Selbstverständlich gibt es auch Leute, die sich seit Wochen intensiv mit den genannten Fragen befassen und hierfür Lösungen entwickeln. Nehmen Sie zum Beispiel die Basisinitiative „Ja zur Alternative“. Alle, die gegen den Weckruf sind, werden in Essen nicht allein sein. Wichtig ist aber, dass sie auch alle kommen. Oft schon haben sehr wenige Stimmen Parteitage entschieden. Und dieser ist nun wirklich wegweisend für die Zukunft der AfD.

    @Hans-Hermann Rüpp: Einen Plan B, was wir machen, wenn der Weckruf wider Erwarten erfolgreich sein sollte, gibt es nicht. Ich halte es auch nicht für vernünftig, jetzt schon irgendwelche Szenarien zu entwickeln. Überlassen wir solche Planungen dem Weckruf. Man sollte über alles immer eine Nacht schlafen. In diesem Fall besser ein paar Nächte mehr. Man muss die Lage nach dem Parteitag in Ruhe analysieren, ganz egal wie er ausgeht, und dann vernünftige Lösungen finden.

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