12.07.2015 UNSER AUFBRUCH – DEREN ANGST

Als sich die AfD zu Beginn des Jahres 2013 gründete und es aus dem Stand heraus beinahe in den Bundestag schaffte, herrschte bei den etablierten Parteien und deren Büchsenspannern in den Redaktionsstuben der Medien blanke Verzweiflung.

Man versuchte das Gespenst zu vertreiben, indem es wahlweise ignoriert, lächerlich gemacht oder mit der guten, alten Nazikeule niedergestreckt werden sollte. Genützt hat es nicht viel und die AfD eilte von einem Wahlerfolg zu nächsten. Dann aber trug Bernd Lucke gemeinsam mit seinem ganz persönlichen Hagen von Tronje, dem Plutokraten Hans-Olaf Henkel, den „Kampf gegen Rechts“ in die eigene Partei hinein und wurde im Umgang mit den Mitgliedern der AfD plötzlich zum Handlanger der Antifa. Eben noch geschmäht, verspottet oder als „Nazi in Nadelstreifen“ diffamiert, avancierte Lucke über Nacht zum einsamen Kämpfer gegen die „Neue Rechte“, welche eine im Kern ja wünschenswerte Partei zu kapern versuchte.

Während der Professor aus Winsen in der Gunst der Medien stieg und die Wahlergebnisse dürftiger ausfielen, malten seine Claqueure innerhalb und außerhalb der AfD von dessen Kontrahentin Frauke Petry das Bild einer Beate Zschäpe mit Landtagsmandat. Die einstweilen zwischen sowohl positiven als auch mitleidigen Betrachtungen changierende Haltung der Presse, änderte sich schlagartig mit dem Augenblick, als Bernd Lucke gegen die sächsische Landesvorsitzende verlor und seinen Thron räumen musste. Auf einmal war wieder alles beim Alten, wenn auch mit dem Unterschied, dass der geschasste Vorsitzende nun endgültig die Rolle einer tragischen Figur, eines Don Quijote nach verlorenem Kampf gegen die braunen Windmühlen, einnahm. Der merkwürdige Tenor der Medien geht nun dahin, dass die AfD durchaus eine notwendige Parteineugründung war, mit deren Kritik an Euro und EU man ja schon immer d´accord ging, ohne Lucke aber leider, leider zu einer „NPD mit Hochschulabschluss“ werde, weswegen sie bedauerlicherweise von jetzt an bekämpft werden müsse.

Nahm man uns also in den letzten Monaten vor dem Essener Parteitag nicht mehr für voll und glaubte ergo, sich eine wohlwollendere mediale Begleitung der AfD leisten zu können (selbst Martin Schulz lobte zur besten Sendezeit in einer Talkshow die Arbeit der Beatrix von Storch im EU-Parlament), wird das bundesdeutsche Establishment indessen wieder von der nackten Angst gepackt, was sich in einer völlig anderen, nämlich erneut von Abscheu und Hass gekennzeichneten, Berichterstattung niederschlägt. Für diese Angst gibt es auch handfeste Gründe, denn

  • die AfD hat einen neuen Bundesvorstand, der nicht mehr aus Höflingen besteht, sondern aus Charakteren mit jeweils eigenen Konturen und Fähigkeiten, die in der Summe die Kompetenz der Partei spürbar erhöhen werden. 
  • die AfD ist nach monatelanger kollektiver Migräne, die auf allen Ebenen eine weitestgehende Handlungsunfähigkeit zur Folge hatte, wieder in den Angriffsmodus übergegangen und wird die Altparteien künftig mit knallharter Sachpolitik und klarer Kante vor sich hertreiben. 
  • Störenfriede und Querulanten haben die AfD verlassen oder tun das in nächster Zeit, wodurch in den Kreis- und Landesverbänden das interne Streitpotential erheblich sinken und enorme Ressourcen für die Entwicklung von Inhalten und mutige Sachpolitik freigesetzt werden. 
  • nach dem Ende der von Lucke und seinen Gefolgsleuten angestrebten Gesinnungsdiktatur innherhalb der AfD, wird sich diese gegen den Verfolgungsdruck von Außen zunehmend immunisieren, denn die Mitglieder können gewiss sein, dass sie durch Solidarität von Innen aufgefangen und bei Angriffen durch Politik, Medien oder Justiz nicht als unbequemer Beifang verschämt aussortiert werden. 
  • all das wird nach einer kurzen Delle als Spätfolge des Lucke´schen Anpassungskurses der AfD neue Wähler und vor allem auch neue Mitglieder zuführen. Man muss kein Phantast sein, um davon auszugehen, dass unsere Partei zum Jahreswechsel die 25.000 Mitglieder-Marke knacken wird. 
  • im kommenden Jahr wird der Albtraum der etablierten Parteien wahr und die AfD zweistellig in die Länderparlamente von Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern einziehen. Damit einher geht der endgültige Zusammenbruch der Euro-Zone, der sukzessive Zerfall der EU und eine Eskalation der Flüchtlingsproblematik, einer Gemengelage von Herausforderungen also, der die Altparteien schon heute völlig rat- und hilflos gegenüberstehen. 
  • auf der letzten Seite des Hamburger Maganzins STERN erscheint in jenen Tagen des Jahres 2016, da die AfD ihren endgültigen Durchbruch erlebt, unter der Rubrik „Was macht eigentlich…?“ ein kurzes Interview mit dem Ökonomie-Professor Bernd Lucke. Danach wird man nie wieder etwas von ihm hören.

(Holger Arppe, Rostock)

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10 Gedanken zu “12.07.2015 UNSER AUFBRUCH – DEREN ANGST

  1. Richtig.

    Gegner verfügte über mehr Geld, Unterstützung durch mainstream media, über die große Lichtgestalt, – und hat das in Essen alles mit Schwung vor die Wand gebrettert.
    Die werden draußen dann auch nichts mehr.

    Der ehemalige Vorsitzende ist m.E. irgendwann nach Henkels Eintritt umgedreht worden.

    Außerhalb der Gnade und verworfen ist er schon länger.

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    • Er wurde wahrscheinlich nicht umgedreht, da er nie mit Überzeugung dorthin ausgerichtet war, wo die 2013 Aufbrechenden ihren Blick richteten. Aber er hat sich in der Tat -ich habe einige seiner Äußerungen aus 2013 noch einmal nachgelesen- von der Gründungsidee der AfD, so wie sie im April 2013 vermittelt und von den Anwesenden in Berlin verstanden wurde, entfernt.

      Dann kamen die Stürme. Und dann erkannte Lucke, der Mensch außerhalb der Gnade -ich greife das jetzt mal ungeprüft auf, da mir die theologischen Kenntnisse für solch filigranen Hinweise fehlen-: Bei Windstille hat auch der Wetterhahn Charakter. Laß oh, Macht, Windstille um mich eintreten, und gib mir damit die Möglichkeit, endlich Charakter zu zeigen.

      Habe ich es richtig verstanden @Zachmann?

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      • Ja.

        Ich glaube, daß man da unterschiedlicher Auffassung sein kann.
        Mir selbst scheint etwas wahrscheinlicher, daß eine starke Einflußnahme auf den Mann stattgefunden hat – zeitlich beginnend vielleicht im Vorfeld der Europawahl.
        Ich glaube, daß ihm da die „Grenzen der Gestaltungsmöglichkeiten deutscher Politik“ von irgendwoher sehr verdeutlicht worden sind. Vielleicht ist auch eine persönliche Kompromittierung herbeigeführt worden, die ihn führbar gemacht hat.
        Aber ebenso gut kann Ihre Einschätzung stimmen.

        Die Anspielung bezieht sich auf die calvinistische Prädestinationslehre (Lucke soll der Richtung ja nahestehen).

        Sehr vereinfacht beschrieben:
        Jeder Mensch ist entweder seit ewig zum Heil bestimmt oder verworfen. Gott ist ihm entweder unverbrüchlich zugewandt oder eben nicht.
        Der Calvinist möchte, während er lebt, natürlich gerne wissen, was für ihn jetzt persönlich gilt – und das ist natürlich eine ziemlich angstvolle Frage.
        Es gibt da (Max Weber, Protestantische Ethik) dann die „Krücke“, daß man aus dem Verlauf seines Lebens, den eigenen Werken, dem eigenen Erfolg, auf das Verhältnis des Schöpfers zu einem selbst schließt.
        Wenn man ein besonders helles Kerlchen ist, von der Studienstiftung des Deutschen Volkes angenommen wurde, eine tolle akademische Karriere ohne Umwege hingelegt hat, dann ist das doch wohl ein durchweg gelungenes Leben, das Gott beschirmt haben muß. [Und da hat man dann einfach auch den Status, um sich immer wieder arrogant, selbstgerecht und herablassend über andere Menschen zu äußern, deren Lebenswege vielleicht bißchen wilder gelaufen sind].

        Und dann kriegt das plötzlich einen Twist.
        Man ist nur noch in ICE-Bordbistros und dann schließlich an einem sehr heißen Ort.
        Man hat wieder einen pedantischen OP-Plan, finanzielle Ressourcen, Mutter Trebesius und noch jede Menge von der alten Arroganz.

        Und dann fährt man unter dem stark proletenhaften Gejohle einer Legion von Teufeln mit bißchen über 30 % ab.

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      • @Zachmann
        13. Juli 2015 um 10:51

        Ganz herzlichen Dank für die Antwort. Jedoch hatte ich nur den -offenkundig völlig- gescheiterten Versuch unternommen, Ihre Anspielung zu verstehen.

        Was Sie bzgl. Einflussnahme etc. beschreiben, halte auch ich für eine denkbare Erklärung.Es wird ja immer deutlicher, wer in Deutschland tatsächlich das Sagen hat.

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  2. Da werden in dem Beitrag, der zuvor hier erschien:
    http://journalistenwatch.com/cms/unser-aufbruch-deren-angst/ ,
    durchaus nachvollziehbare und zum überwiegenden Teil m. E. auch richtige Zustandsbeschreibungen mit Zukunftsaussichten verknüpft, die ich bislang als nur karikierend ansehe. Die AfD ist weit davon entfernt, sich überheblich gebärden zu können. Sie hat bislang nicht gezeigt und auch ihr Programm gibt nichts her, was es rechtfertigen könnte, ähnlich satirisch herablassend wie Eugen Richter mit seinen Sozialdemokratischen Zukunftsbildern ( http://www.eugen-richter.de) gegen die Altparteien anzutreten.

    Warten wir einmal ab, welchen Mut die AfD aufbringen wird.Bislang hat es nicht einmal dazu gereicht, das sternenumkränzte „EU“ aus dem Logo des Lucke-Entwurfs „Mut zu D-EU-tschland zu entfernen. Dazu sagte Boehringer, was dazu zu sagen war:

    http://www.goldseitenblog.com/peter_boehringer/index.php/2014/01/25/orwellianischer-afd-slogan-mut-zu-d-eu-t

    Ich habe Hoffnung und -überwiegende- Zweifel:

    http://www.geolitico.de/2015/07/12/afd-braucht-mut-gegen-die-hetze/

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  3. In welcher Welt leben Sie Herr Arppke?
    Ihre Aussage „im kommenden Jahr wird der Albtraum der etablierten Parteien wahr und die AfD zweistellig in die Länderparlamente von Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern einziehen.“ halte ich für total überzogen. Wir werden froh seien können, in einigen dieser Länder die 5% zu überspringen.
    Und von Ihrem Satz „Damit einher geht der endgültige Zusammenbruch der Euro-Zone, der sukzessive Zerfall der EU und eine Eskalation der Flüchtlingsproblematik,“ halte ich höchstens das letztere für wahrscheinlich. Der Euro und die EU werden uns sicher noch viele Jahre begleiten.

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  4. Wählerpotentiel ist ausreichend vorhanden. Die Themen die von den etablierten Parteien unter Verschluss gehalten werden, kommen nun auf den Marktplatz und werden endlich beackert.
    Wenn nur ein kleiner Teil der Nichtwähler (++ Wähler anderer Parteien) rekrutiert werden, kann es weit in den zweistelligen Bereich gehen!
    Ist not a Dream!
    GERMAN PEOPLE WAIT FOR FACTS!

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  5. Nun ja, hinterher ist man immer schlauer …
    Ich Gegensatz zu euer Euphorie hinsichtlich der Wählergunst in den kommenden Landtagswahlen gebe ich gerne auch mal meine Prognose ab:
    Die AfD wird im Westen Deutschlands in kein einziges Länderparlament mehr einziehen.
    Natürlich ist meine Prognose genauso sinnfrei wie die von Herrn Arppe aber in einem Jahr wissen wir mehr.

    Vielleicht ist es euch ein Trost, eine möglichen neuen „Lucke-Partei“ gebe ich auch genauso viele Erfolgschancen, nämlich gar keine.

    Ich hatte glaube ich schon mehrfach erwähnt: Die AfD wird den Weg der Republikaner gehen, das ist unausweichlich.

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  6. „unausweichlich“?
    Wenn schon, dann heißt das „ALTERNATIVLOS“. 😉

    Ich fürchte, dass der „Kampf“ gegen die AfD noch härter und hinterhältiger werden wird, als in 2013/14. Sollen wir deshalb jetzt schon aufgeben? Nach dem Parteitag in Essen habe ich gerade wieder etwas Mut gefasst.

    Gefällt 1 Person

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