08.07.2015 Der Weckruf sammelt seine Anhänger ein

Drei Tage liegt der Bundesparteitag der AfD nun zurück. Die AfD richtet den Blick nach vorn. Was der Weckruf macht, wird schon bald niemanden mehr interessieren. Wenn es zu einer Parteineugründung kommt, wonach es im Moment aussieht, mag eine Kleinpartei entstehen, die der FDP Stimmen wegnehmen kann und dazu beiträgt, dass beide Parteien künftig unter der 5%-Hürde gehalten werden. Das wäre nicht das Schlechteste. Es kann auch sein, dass der Weckruf schlicht in der Bedeutungslosigkeit verschwindet. Ganz leicht scheinen es die Weckrufer mit ihrer Parteineugründung nicht zu haben, wie  man dem unten stehenden Aufruf von Jürgen Joost, Ex-Generalsekretär von Ulrike Trebesius, entnehmen kann:

Aufruf zur Neugründung:

Liebe Mitstreiter,
im Anhang finden Sie einen mit Bernd Lucke abgestimmten Text für eine Website, die zum Neustart aufrufen wird. Diese Seite soll noch heute Abend online gehen. Es geht darum, sich als Mitglied einer zukünftigen Partei vormerken zu lassen bzw. sein Interesse zu bekunden. Wir wollen dies auch allen derzeitigen und früheren AfD-Mitgliedern anbieten, die zwar nicht Mitglied im Weckruf sind, aber genauso handeln möchten wir. Gleichzeitig ist es ein Aufruf an Mandats- und Funktionsträger der AfD, sich uns anzuschließen.

Da es eine Aufforderung an unsere Europaabgeordneten ist, für diese Neugründung zur Verfügung zu stehen, sollte der Aufruf von möglichst vielen Mitgliedern unterzeichnet sein, die der AfD nicht mehr angehören oder deren Austritt unmittelbar bevor steht. Wir benötigen dieses Einverständnis allerdings sehr schnell, spätestens bis 16:30 Uhr (wer später dazu kommt, wird nachgetragen).

Die herzliche Bitte an alle Länderkoordinatoren des Weckrufs, die bereit sind, diesen Aufruf mit zu zeichnen: Schicken Sie mir eine kurze Antwort Mail mit Namen und Bundesland.
Herzliche Grüße
Jürgen Joost
(Vorstandsmitglied Weckruf2015)

Und hier der mit Bernd Lucke abgestimmte Text:

Deutschland braucht eine seriöse Alternative zu den Altparteien!

Die Griechenlandkrise zeigt es genauso wie die verfehlte Energiewende, die schlecht gesteuerte Zuwanderung, die Bildungsmisere und die Sparer, die keine Zinsen mehr erhalten: Deutschland braucht eine seriöse Alternative zu den Altparteien!

Die AfD hätte diese Alternative sein können. Aber seit dem Essener Parteitag ist die AfD in die Hand von Demagogen und Wutbürgern gefallen, die mit offen islamfeindlichen, antiwestlichen, nationalistischen und latent ausländerfeindlichen Parolen Stimmung machen. Das widert uns an. Deshalb haben wir die AfD verlassen. Wir möchten alle redlichen, anständigen AfD-Mitglieder bitten, es uns gleich zu tun. Der Massenaustritt der letzten Tage spricht eine deutliche Sprache: Die AfD ist verloren.

Die große Austrittswelle hat aber den Vorteil, dass wir die rechten Phrasendrescher, die Verschwörungstheoretiker, die Querulanten, Intriganten und Karrieristen nun achtlos zurücklassen können. Deshalb:

Lassen Sie uns nicht verzagen – sondern einen Neustart wagen! Lassen Sie die AfD der Gründungsphase unter neuem Namen wiedererstehen! Denn die politische Aufgabe ist unverändert dringlich. Binnen 24 Stunden haben uns nicht nur allein 2000 Unterstützer des Weckrufs ihren Austritt aus der AfD mitgeteilt, nein sie haben auch mit überwältigender Mehrheit eine Neugründung verlangt und sich bereit erklärt, daran aktiv mitzuarbeiten.

Bitte schließen Sie sich uns an! Wenn auch Sie eine Neugründung wünschen, geben Sie bitte in dem Formular eine entsprechende Interessensbekundung ab. Appellieren Sie damit auch an das uns nahestehende Führungspersonal der AfD in den Parlamenten und den bisherigen Landesvorständen, appellieren Sie insbesondere an Bernd Lucke, Ulrike Trebesius, Bernd Kölmel, Hans-Olaf Henkel und Joachim Starbatty:

Gründen Sie gemeinsam mit uns die AfD des Jahres 2013 neu! Unsere Gründungsideale dürfen nicht untergehen! Wir sind es unseren Kindern und unserem Land schuldig!

Für viele engagierte ehemalige AfD-Mitglieder,

(Unterschriften)

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07.07.2015 Der Weggang der Wecker

Ohne ernsthaftes Bedauern müssen wir feststellen, dass führende Weckrufer die AfD bereits verlassen haben und uns nun nicht mehr auf den Wecker gehen. Jedenfalls nicht mehr innerhalb der Partei. Ulrike Trebesius, Hans Olaf Henkel und Bernd Kölmel sind beispielsweise schon gegangen. Lokale Größen haben Willensbekundungen abgegeben, die den bevorstehenden Austritt ankündigen. Wie etwa Bernd Vogel, Andreas Boom oder Hans-Herrmann Schreier. Sie informieren die Mitglieder mit folgendem immer gleichen Schreiben, das sich jeweils nur durch die Unterschrift des weggerufenen Kreisvorsitzenden unterscheidet. Die Wertschätzung für die Mitglieder reicht für ein individuelles Schreiben derzeit wohl nicht mehr aus.

 

Liebe Mitglieder der AfD,

Ich möchte euch kurz von einem dramatischen Parteitag der AfD in Essen berichten.

Ihr habt sicher schon das ein oder andere dazu in den Medien erfahren, aber ein Bericht eures Kreisvorsitzenden hat sicher noch eine andere Qualität. *

Viele von uns sind in eine AfD eingetreten, die sich vorgenommen hatte, eine demokratische Alternative zu den Altparteien zu werden. An diesem Wochenende des 4-5. Juli 2015 haben wir das Ende dieser AfD, die ihr kennt und liebt,  erlebt.

Zugleich wir haben die schlagartige Verwandlung der AfD zu einer neuen Rechtspartei erlebt, wie es sie schon mehrere in Deutschland gegeben hatte. Was will diese neue AfD sein? Eine Partei, die einen Systemwechsel anstrebt (Marcus Pretzell). Eine Partei, auf isolationistischem Kurs der Russland-Anbiederung und USA-Feindschaft (Alexander Gauland). Eine Partei, die für Abgrenzung und gegen Freizügigkeit agitiert und Fundamental-opposition betreiben will (Frauke Petry).

Was den meisten Freunden dieser neuen Partei nicht klar sein dürfte: Eine Partei, welche darauf verzichtet, politische Positionen in letzter Konsequenz auch durch Regierungsbeteiligung umzusetzen, eine solche Partei ist schlicht und ergreifend nicht politikfähig. Sie bleibt ein Sammelbecken von Wutbürgern. Wer zudem das frenetische Gebrüll vieler dort vor Ort erlebt hat, wer mitbekommen hat, wie Bernd Lucke niedergebrüllt wurde,  den hat es angesichts dieses proletenhaften Verhaltens eindeutig geschaudert.

Diese neue AfD hat es nun geschafft, mithilfe einer radikalisierten, aufgehetzten, grölenden und pöbelnden Anhängerschaft, den Essener Parteitag zu beherrschen. In einer für eine politische Partei in Deutschland unerhörten Art und Weise hat dieser entfesselte Pöbel ihren bisherigen Sprecher nach Saalschlacht-Art und in Antifa-Manier bis an der Rand der Gewaltausübung niedergebrüllt.

Anmerkung: An dieser Stelle werden im Originaltext mehrere Mitglieder des neu gewählten Bundesvorstandes derart unter der Gürtellinie verunglimpft, dass wir uns entschlossen haben, das hier nicht öffentlich wiederzugeben.

Aus unserer AfD ist eine wahrhaft rechtspopulistische Partei mit radikalen Zügen geworden. Einen „Front National light“, wie Bernd Lucke am 5. Juli 2015  öffentlich bestätigte.**

Diese Leute haben es zudem geschafft, die überragende Persönlichkeit eines Bernd Luckes politisch zu demontieren. Ein Mensch, der sich wie kein Zweiter in dieser Partei engagiert und bis an die Grenzen seiner physischen und psychischen Leistungsfähigkeit aufgeopfert hat. Aberwitzig ist es: Fast alle Funktionäre und Mandatsinhaber, die Bernd Lucke nun herausgedrängt haben, haben ihm ihren Job zu verdanken.*** Bockbeinige, egoistische Figuren, die ihn heute unter dem Gebrüll ihrer Truppen politisch vernichtet haben.

Dank ist in der Politik ein Fremdwort. Seit dem 4. Juli 2015 ist es der Begriff Anständigkeit in der AfD auch. Wir werden uns in den nächsten Tagen umfassend beraten.

In einer Partei, die sich so  fremdenfeindlich und latent antisemitisch gezeigt hat, in einer solchen Partei kann ich nicht mehr meine politische Heimat finden. Mit einer solchen Partei kann ich mich nicht mehr identifizieren. Ich ringe mit mir – und in der Beratung mit vielen politischen Freunden – ob der Konsequenzen. Dazu gehört auch die Option, diese AfD, die nicht mehr die Partei ist, die wir 2013 gegründet haben, sondern eine, die sich dem rechten Populismus unbeschränkt verschrieben hat, zu verlassen. Dieser Schritt ist nicht einfach, weil ich sehr viel Mühe, Zeit, Engagement und auch Herzblut in diese Partei, die mal unser aller Hoffnung war, gesteckt habe.

Der Anstand gebietet es, dass Ihr, meine lieben Parteifreunde, zuerst und umfassend über diese dramatischen Entwicklungen unterrichtet werdet. Sollte die Entscheidung lauten, Rücktritt – und Austritt- bitte ich um Nachsicht und Verständnis.  Ich werde aber dabei mit Dankbarkeit an die vielen liebenswerten, anständigen und wertvollen Menschen denken, die ich das Glück hatte, in der bisherigen AfD kennengelernt zu haben.

Da sich aber weiterhin so viele Menschen eine echte Alternative zur katastrophalen Europolitik, zur chaotischen Zuwanderungs-politik und zum ständigen Linksruck der CDU/CSU wünschen, gilt es nun, auf das Desaster in Essen in koordinierter, angemessener und glaubwürdiger Weise zu reagieren. Näheres dazu in einigen Tagen!

Glückauf!

XXX (austauschbarer Name eines Weckruf-Kreisvorsitzenden)

Kreisvorsitzender KV XXXX (austauschbarer Name eines von einem Weckruf-Kreisvorsitzenden geführten KV)

 

* Eher nicht, denn der Kreisvorsitzende hat es nicht mal selber geschrieben.

** Aha. Bernd Lucke hat das bestätigt und dann ist das so.

 ***Anmerkung: Das hören wir nicht zum ersten Mal und es lässt tief blicken. Bereits im Januar, vor dem Bremer Parteitag, schrieb einer der Chef-Weckrufer, Eibe Hinrichs, eine Brand-Mail an hunderte Mitglieder, die unter anderem diesen Satz enthielt: “Er hat uns doch alle unsere Ämter und Funktionen gegeben.“

30.06.2015 Neue Analyse des Weckruf-Hörspiels

Ein angeblicher Live-Mitschnitt einer Weckruf-Veranstaltung am 28.06.2015 in Achim soll sich inzwischen deutschlandweiter Beliebtheit erfreuen. Die nachfolgenden Ausschnitte sollen aus diesem Mitschnitt stammen:

Bei Min. 12:50 erklärt Lucke, dass bei einem Scheitern des „Weckrufs“ womöglich „eine so dramatische Entscheidung“ anstehen könne, dass diese vom gesamten „Weckruf“ getroffen werden müsse. Auf die Frage, ob es eine Kandidaten-Liste des „Weckrufs“ geben werde, antwortet Lucke bei Min. 14:55, dass eine solche Liste abhängig sei von vom Ausgang der Sprecher-Wahl: Wenn er mit deutlicher Mehrheit gewinne, dann werde er höchstpersönlich am Mikrofon andere – eindeutigere – Personalvorschläge machen als bei einem knappen Ausgang, bei dem es sich aus taktischen Gründen empfehle, „konstruktiv-kritische“ Personalien vorzuschlagen, um – so der Hintergedanke – auch unentschlossene Mitglieder auf seine Seite zu ziehen. Ab Min. 17:00 spricht Lucke davon, dass das Personaltableau des „Weckrufs“ im Idealfall kurzfristig über E-Mail, SMS und WhatsApp an die als zuverlässig eingestuften Kreise innerhalb der Parteitagsteilnehmer kommuniziert werden soll.

Bei Min. 17:35 bestätigt Lucke außerdem einen Einwurf aus dem Publikum, demzufolge es etwa 50-60 Koordinatoren geben soll, die die entsprechenden Informationen auch an digital nicht omnipräsente Personen weitergeben werden. Im Zweifel, so Lucke bei Min. 18:00, seien seine am Mikrofon getätigten Personalvorschläge das Maß der Dinge. Bestätigt wird erstgenannte Äußerung später noch einmal bei Min. 38:30, wo ein Redner unter Bezugnahme auf eine kürzlich erfolgte „Weckruf“-Telefonkonferenz davon spricht, die gesamte Halle in Planquadrate einzuteilen und Multiplikatoren zur Koordination des erwünschten Wahlverhaltens einzusetzen.

Bei Min. 29:30 wird Hans-Herrmann Schreier, offizieller Kandidat des Mittelstandforums in der AfD, als – unabsichtlich – getarnter Weckruf-Kandidat geoutet. Sein Bewerbungstext in dem Petry nahestehenden neuen Magazin „Polifakt“ sei dort im Rahmen eines Missverständnisses abgedruckt worden, was nun vielerorts für Verwirrung über die Lagerzugehörigkeit Schreiers führe, an der jedoch kein Zweifel bestehen könne: Schreier gehöre zu den „Vernünftigen“, so der Redner.

Ab Min. 35:30 kündigt Lucke die inzwischen erfolgte Vorstellung seines Wunsch-Generalsekretärs, des Deutsch-Türken André Yorulmaz, an, den er gemeinsam mit Ulrike Trebesius ausgewählt habe. Bei Min. 35:50 sagt Lucke, Yorulmaz sei „noch“ Mitglied der „Jungen Alternative“ (JA). Im Anschluss erklärt er, der „Weckruf“ werde bei der Vorstellung von Yorulmaz auch eine Video-Aufzeichnung anfertigen, die danach auf Youtube gestellt werde und zeigen solle, was für ein Mensch Yorulmaz sei. Inzwischen ist dieser Mitschnitt unter https://www.youtube.com/watch?v=oV8cjFY-rBY auf einem „Weckruf“-Kanal abrufbar, und zwar unter dem aufschlussreichen Titel „Almanya için Alternatif (AfD) partisinin yeni genel sekreter adayı Türk kökenli Andre Yorulmaz oldu“.

Ab Min. 1:07:50 schießen sich die Anwesenden abschließend endgültig auf die JA ein: Lucke ruft eindringlich dazu auf, den vom JA-Spitzenkandidaten Julian Flak (JA-Landesvorsitzender und Stellvertretender AfD-Sprecher in Hamburg) gestellten Antrag auf Feststellung der Unvereinbarkeit zwischen „Weckruf“- und AfD-Mitgliedschaft bei der Festlegung der Tagesordnung abzulehnen. Der Antrag sei insofern gefährlich, als er vielen Mitgliedern aus der aller Richtungsstreitigkeiten überdrüssigen Mitte der Partei zusagen könne, was bei einer Annahme die Folge haben werde, dass die Partei auseinanderbreche (!). Bei Min. 1:10:15 wird zu guter Letzt Sören Hauptstein, der niedersächsische JA-Vorsitzende und Beisitzer im Landesvorstand der AfD Niedersachsen, als „sehr aktiv“ bezeichnet, was zu der Gefahr führe, „dass wenn wir nichts tun, dann werden von der Jungen Alternative auch einige nach Essen kommen und werden nicht in unserem Sinne wählen.“

Mitglieder der Jungen Alternative, die dies ebenfalls gehört haben, bestätigten das und riefen ausdrücklich nochmals jeden dazu auf, wenn irgendwie möglich nach Essen zu kommen. Es ginge darum, die AfD wieder zu einer echten Alternative für Deutschland zu machen – und sie dadurch gleichzeitig vor dem Schicksal eines billig zu habenden Mehrheitsbeschaffers zu bewahren. Echte Liberale und Konservative hätten es Anfang Juni in der JA durch die Wahl einer liberal-konservativen Doppelspitze samt sorgsam austariertem Bundesvorstand vorgemacht: Der #MutZurEinheit wirke und sorge über Lagergrenzen hinweg für ein konstruktives Arbeitsklima, das endlich wieder den politischen Gegner in den Mittelpunkt stelle, anstatt den Parteifreund anzugreifen. Deswegen sagt die Junge Alternative: #WirKommenAlle – um in Essen den Grundstein für einen Neustart zu legen!

18.06.2015 Showdown in Essen: Weckruf will AfD übernehmen oder kollektiv austreten

Für alle, die es immer noch nicht glauben wollen oder sich von anderslautenden Behauptungen einzelner Weckruf-Mitglieder blenden lassen, gab es nun die noch fehlenden Belege dafür, wie der Weckruf arbeitet und was genau er nun wirklich plant. Vom Misstrauen gegen die eigenen Mitglieder (die des Weckrufs) über die Machtübernahme in der Partei bis hin zum öffentlichkeitswirksamen Auszug in Essen und zur Bekanntgabe eine Neugründung, falls die Wunschträume nicht wahr werden.

Nachfolgend ein Bericht von Augenzeugen einer Weckruf-Veranstaltung am 18.06.2015 auf dem Gelände des Fußballclubs SC Condor in Hamburg.

Bei der geschlossenen Veranstaltung waren nur Mitglieder des Weckrufs zugelassen. Es erfolgte eine Einlasskontrolle. Parteimitglieder, die an der Veranstaltung teilnehmen wollten und die Nicht-Anhänger des Weckrufs sind, wurden von Sicherheitskräften des Grundstücks verwiesen. Weder Video noch Fotos waren erlaubt. Dennoch gibt es diesen Bericht von Teilnehmern:

Es waren ca. 45 Personen anwesend, u.a. Jörn Kruse, Eibe Hinrichs, einige Vertreter des Weckrufs aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

Hauptredner war der „persönliche Vertreter“ von Bernd Lucke, EIBE HINRICHS, Mitarbeiter der 5 Weckruf-MdEP und Bundeskoordinator des Weckrufs. Er hat nach eigener Aussage 5 Regionalkoordinatoren für Deutschland. Es gebe inzwischen ca. 4.400 Weckrufer, davon ca. 500 Nicht-AfD-Mitglieder.

Hauptziel sei natürlich die Mehrheit auf dem BPT. Aussage war, man hätte viel Geld und könnte allen Anreisenden Zuschüsse zu Benzin und Unterkunft zahlen. Es wurde eine Liste herumgereicht, auf der sich Mitglieder für Fahrgemeinschaften eintragen konnten.

Nebenziel sei der Sturz von Marcus Pretzell in NRW. Da sei man schon mit der Zusammenstellung eines neuen Landesvorstandes beschäftigt. Flyer und eine Webseite würden vorbereit. Genauso solle in Hessen vorgegangen werden.

Die Mitglieder des Weckruf wären in 3 Kategorien eingeteilt:

  • Kat. 1 – absolut vertrauenswürdig
  • Kat. 2 – unsichere Kandidaten
  • Kat. 3 – „Feinde des Weckrufs“, die man von Infos ausschließen will.

Es gäbe drei Szenarien, wobei man alle auf Szenario 1 einschwört:

  • Sz. 1 – Durchmarsch der Weckruf-Fraktion – Lucke als Vorsitzender, alle anderen raus, Ausschlußverfahren gegen Vorstände etc.
  • Sz. 2 – Gemischter Vorstand = Schlecht = Lucke würde nur bleiben, wenn er die Mehrheit hätte, sonst nach der Wahl Austritt und Neugründung.
  • Sz. 3 – Lucke wird nicht Vorsitzender = Geschlossener Auszug vom BPT und Gründung einer neuen Partei.

Am 3.7.2015 ab 17:00 Uhr soll es eine Weckruf-Veranstaltung in Essen geben für 500 Personen sei ein Saal gemietet, Örtlichkeit noch nicht bekannt.

Hier ein Video von der Weckruf-Veranstaltung in Hamburg, das zeigt, wie dort AfD-Mitglieder abgewiesen wurden:

16.06.2015 Video: Der Weckruf rechtfertigt die Gründung des Weckrufes

Manchmal geschehen Dinge, von denen man nicht zu träumen gewagt hätte. Da ist man seit Monaten auf der Suche nach einem Beweis für die Spaltrede, die Bernd Lucke am 14.03.2015 auf dem Landesparteitag der AfD in Niedersachsen gehalten hat, da liefert ihn der Weckruf selbst.

So fing alles an. Meint jemand, der mutmaßlich dem Weckruf und der AfD Niedersachsen angehört. Jemand, dessen Mikrokosmos offenbar stark auf Niedersachsen verengt ist, das er scheinbar für das Zentrum der AfD hält. Und für den offenbar jede Kritik an Bernd Lucke oder seinen Wünschen an so etwas wie Blasphemie grenzt.

Anders ist es nicht zu erklären, wie man mit dem Inhalt dieser Rede auch noch die Begründung für die Gründung des Weckrufes liefern will. Die Begründung dafür also, genau das zu machen, was Bernd Lucke alles in dieser Rede kritisiert. Und zwar wenn schon, dann richtig. Wie kann man denn etwas mit allen Mitteln bekämpfen, es anschließend dann selbst machen und das nun auch noch so darstellen, als habe man geradezu in Notwehr gehandelt? Wir sollten nun alle unser Taschentuch herausholen.

Zumal wir es hier entweder mit einer gestörten Realitätswahrnehmung oder mit einem bewussten Täuschungsversuch zu tun haben. Zunächst einmal gab und gibt es nicht nur die IBA in Niedersachsen. Die Gründung des Flügels und die Erfurter Resolution wurden am 14.03.2015 bekanntgegeben. Dies geschah zeitgleich und völlig unabhängig vom niedersächsischen Landesparteitag. Es gibt zahlreiche weitere Gruppen in anderen Landesverbänden, die sich dafür einsetzen, dass die AfD eine Alternative bleibt und die erkannt haben, dass sie das unter Bernd Lucke nicht sein wird. Darum ist es nicht nur unzutreffend, sondern geradezu vermessen, zu sagen, die IBA habe dies alles ausgelöst. Das Verdienst, sich für eine AfD einzusetzen, in der verschiedene Strömungen gleichberechtigt existieren dürfen, selbstverständlich auch nationalkonservative und nationalliberale, müssen wir mit vielen Anderen teilen, die aus allen politischen Lagern der Partei kommen. Das tun wir gern. Eines kann man nicht oft genug erwähnen. Die IBA ist kein Verein, keine Vereinigung und keine offizielle Interessengruppe. Sie ist und war eine Initiative im Sinne einer Diskussionsgruppe, die sicherstellen wollte und will, dass die ursprünglichen Ziele der AfD nicht aus dem Focus verschwinden. Das war und ist ein ganz legitimes Anliegen in einer demokratischen Partei. Die IBA hat überhaupt keine Mitglieder, nur Mitdiskutanten bzw. Unterstützer. Sie sind alle „nur“ AfD-Mitglieder. Wie kann man behaupten, der Weckruf habe es der IBA gleich getan, indem man ihn als Verein außerhalb der Partei gegründet hat, in dem auch hunderte Mitglieder nicht AfD-Mitglied sind und der laut Satzung dazu da ist, um Einfluss auf die AfD zu nehmen? Wäre nicht Bernd Lucke mit ihm per Satzung verliehenen oder für sich beanspruchten Machtbefugnissen ausgestattet oder hätte irgendjemand anderes einen solchen Verein gegründet, würde es ihn längst nicht mehr geben.

Schauen bzw. hören Sie sich den Videobeitrag an. Fragen Sie sich dann, warum wohl die Mitglieder auf dem Landesparteitag in Niedersachsen am 14.03. nicht diejenigen in den Landesvorstand gewählt haben, die Bernd Lucke unterstützen. Nicht die IBA hat einen Landesvorstand gestürzt, um bei der völlig abwegigen Formulierung von Bernd Lucke zu bleiben, denn eine demokratische Wahl ist kein Sturz. Bernd Lucke hat das mit seiner Spaltrede selbst getan. Wie rosarot muss eine Brille nur sein, um das nicht zu erkennen.

Wir sagen ehrlich Danke für dieses Dokument.